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Die Kokospalme - Baum des Lebens

Botanik - Anbau - Nutzen

Kokospalme (c) Anna Bryukhanova /iStockphoto
© Anna Bryukhanova /iStockphoto

Cocos Nucifera

Die Kokospalme wächst im Tropengürtel der Erde an Küsten und Flussmündungen. Sie erreicht eine Höhe von 20-25 Metern.  Es handelt sich bei der Kokospalme um einen sogenannten Schopfbaum, der aus seiner Mitte heraus etwa 30 drei bis sieben Meter lange Blätter entwickelt. Die gefiederten lassen viel Wind hindurch, so dass die Kokospalme auch starken Seewinden standhalten kann.

Nach 6 oder 7 Jahren wachsen aus den Blattachsen verzweigte Blütenstände mit einigen weiblichen und sehr vielen männlichen Blüten. Die Bestäubung findet durch Wind und Insekten statt. Der Baum trägt das ganze Jahr über Früchte.

Damit niemand von herabfallenden Kokosnüssen erschlagen wird, diese werden bis zu 2,5 kg schwer, muss ständig geerntet werden. Die Früchte der Kokospalme sind, anders als der Name vermuten lässt, keine Nüsse, sondern einsamige Steinfrüchte: Im Inneren, begrenzt durch eine mehrschichtige Hülle, befindet sich der Samen. Dieser Samen ist bei uns als Kokosnuss bekannt. Die Kokosnuss hat drei verschlossene Keimlöcher, von denen eines weicher ist als die beiden anderen. Durch dieses dringt der einzige Keimling hindurch. Kokosnüsse behalten ihre Keimfähigkeit um die 100 Tage auch im Salzwasser. Werden sie an Land gespült, können sie Wurzeln schlagen. Die Kokospalme verbreitete sich auf diese natürliche Art und durch den Menschen. Sie kann bis zu 120 Jahre alt werden.

© Ute Baumgart

Nutzen und Genuss

Dass wir bislang nur von 1000 Nutzungsmöglichkeiten der Kokospalme Kenntnis haben, liegt daran, dass wir Menschen zu wenig Phantasie haben, um weite Möglichkeiten zu entdecken, so sagt man in Indien!

In den Anbauländern - Indonesien, Philippinen, Indien, Brasilien, Sri Lanka, Thailand, Mexiko, Vietnam, Papua-Neuguinea, Malaysia - wird die Kokospalme als hervorragende Nahrungs- und Rohstoffquelle geschätzt: Die jungen grünen Früchte dienen als Nahrung und Getränk (Kokosfleisch und –wasser). Das Holz dient als Baumaterial für Hütten, die Blätter werden zu Dachbedeckung oder Besen. Fasern werden zum Flechten von Hauswänden, Körben, Matten verwendet, Kokosnussschalen sind Brennmaterial oder Gefäß.

Der Anbau von Kokospalmen wird seit mindestens 3000 Jahren betrieben. Aus dem Blutungssaft der Blütenstände (Palmnektar) wird Palmwein, Palmzucker und Palmessig hergestellt Im Schnitt werden 30-40 reife Früchte pro Baum und Jahr geerntet, in Sri Lanka 50-80 Früchte. Bis zu 60 Jahre sind ertragsreich, dann lässt die Fruchtproduktion nach.

Je höher die Kokospalme wird, desto komplizierter wird das Ernten. Geschickte Palmkletterer schneiden mit langgestielten Messern die Früchte ab. Die geernteten Früchte reifen nicht nach, jedoch verdirbt das Fruchtfleisch und -wasser schnell, sobald die Kokosnuss geöffnet ist.

Der mit weißem, 1-2 cm dickem Fruchtfleisch ausgekleidete Kern der Kokosnuss ist hohl, er enthält das Kokoswasser. Es ist eine süßliche, fast klare Flüssigkeit (nicht zu verwechseln mit der Kokosmilch!) und dient in den Anbaugebieten als Trinkwasserersatz. Das Fruchtfleisch ist fest und faserig. Es kann roh gegessen werden und schmeckt mild-nussig sowie leicht süßlich. Getrocknet wird es Kopra (enthält 60-70 % Fett) genannt. Daraus wird Kokosöl (durch Pressen in einer Ölmühle), Kokosfett, Kokosflocken und Paste gewonnen. Der Press-Rest der Kopra wird als Viehfutter genutzt, er enthält reichlich Zucker, Eiweiß und Mineralien. Das Kokosfett ist reich an gesättigten Fettsäureesten und wird zum Backen, Braten, Frittieren eingesetzt. Auch für Kosmetik und als Ausgangsstoff für Tenside zur Waschmittelherstellung wird es gebraucht.

Kokosmilch – unentbehrliche Zutat zu jedem Currygericht

Zur Herstellung von Kokosmilch wird das Fruchtfleisch geraspelt und durch ein Tuch gepresst. Diese erste Pressung ergibt eine dickflüssige, also fetthaltige Kokoscreme. Bei weiteren Pressvorgängen unter Zugabe von Wasser, nimmt der Fettgehalt immer mehr ab, die Milch wird flüssiger. Durch ultrahohes Erhitzen wird die Kokosmilch haltbar gemacht, so dass sie in Konserven ausgeliefert werden kann. Wird die Kokosmilch nicht durch Emulgatoren, Stabilisatoren oder Verdickungsmittel (wie in der Großindustrie üblich) dauerhaft gebunden, so lösen sich Wasser-und Fettphase (Kokossahne) der Milch wieder voneinander. Durch Schütteln lässt sich dieser natürliche Vorgang rückgängig machen. Kokosmilch nicht in der geöffneten Dose lassen, sondern in ein verschließbares Glasgefäß umfüllen, kühl stellen und innerhalb 4 Tagen verbrauchen. Die Menge an Wasser oder Zusatzstoffen in einer Dose Kokosmilch variiert von Produkt zu Produkt. Da es keine geregelten Vorgaben gibt, kann es passieren, dass man eine Dose Kokosmilch mit über 90% Wasser kauft. Auch dem Geschmack zuliebe sollte man also beim Kauf von Kokosmilch auf hohe Qualität achten.

Kokos gehört zu den selenhaltigsten Lebensmitteln, liefert Folsäure und Zink. Sie fördert die Produktion des „guten“ Cholesterins und enthält reichlich Laurinsäure, die der Stärkung unseres Immunsystems dient. Lange war Kokosfett wegen der gesättigten Fettsäuren in der westlichen Ernährung verrufen. Ein Irrtum, wie sich herausstellte.